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Sternenhimmel im August 2025


Sternkarte für August 2025 auf 51°N mit beschrifteten Sternbildern.

Planetentabelle für August 2025 bei 51° nördlicher Breite.

Im August kehren für viele Leserinnen und Leser auf der Nordhalbkugel nach und nach wieder längere Phasen astronomischer Dunkelheit zurück. In höheren Breiten dauert es zwar noch ein wenig, bis echte Dunkelheit wiederkehrt. Wer jedoch auf mittleren nördlichen Breiten um die 50° Nord lebt, darf sich zu Monatsbeginn auf rund 3½ Stunden vollständige Dunkelheit pro Nacht freuen. Bis zum Monatsende verlängert sich diese Zeitspanne auf knapp 6½ Stunden. Diese Zunahme wirkt sich spürbar positiv auf die Qualität von Beobachtungen und Astrofotos aus. Wer sich weiter südlich, in der Nähe des Äquators befindet, erlebt diese deutlichen Unterschiede zwischen Dunkelheit und Tageslicht nicht – und auf der Südhalbkugel in vergleichbarer Breite verhält es sich nahezu umgekehrt: Dort verkürzt sich die Dunkelphase nun zunehmend.

Ganz gleich, wo auf der Welt Sie sich befinden – auch in diesem Monat gibt es wieder reichlich Spannendes am Himmel zu entdecken.

Das Sonnensystem

Die Sonne

Die Anzahl der im Juli registrierten Sonnenflecken lag unter der Prognose (116 beobachtet, statt der erwarteten 135). Dies ist allerdings bereits eine deutliche Verbesserung gegenüber Mai, dessen Werte dramatisch unter den Erwartungen lagen. Wie schon in früheren Monaten erwähnt, könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass die Sonnenaktivität – obwohl noch recht hoch – etwas abnimmt, nachdem sie im letzten Sommer deutlich über den Erwartungen lag.

Allerdings schwankt die Aktivität im Verlauf eines Sonnenzyklus von Monat zu Monat, sodass es oft schwierig ist, exakt zu bestimmen, wann ein Maximum erreicht wurde. Häufig zeigen Sonnenfleckenmaxima zudem ein „Doppeltop“, sodass die letzten zwei Monate durchaus die Talphase einer solchen Doppelspitze darstellen könnten. Die Aktivität ist dennoch hoch im Vergleich zum langjährigen Mittel, und in den letzten Monaten konnten wir einige besonders eindrucksvolle Sonnenflecken beobachten.

Webseiten wie Spaceweather.com und Michel Deconincks monatlicher Newsletter (Aquarellia Observatory Forecasts) bieten wertvolle Einblicke in die aktuelle Sonnenbeobachtung. Sehr empfehlenswert ist auch die AuroraWatch-App der Lancaster University in Großbritannien, um frühzeitig vor möglichen Polarlichtereignissen gewarnt zu werden.

Der Mond

Wir starten in den August mit dem Mond an der Grenze zwischen Jungfrau und Waage – er befindet sich im 7 Tage alten Ersten Viertel. Am 1. August überschreitet der Mond den Meridian gegen etwa 20:00 Uhr MESZ.

In der ersten Augustwoche wandert der Mond durch die Waage und taucht dann tief in den südlichen Teil der Ekliptik ein: durch den Skorpion und das nicht-zodiakale Sternbild Schlangenträger, weiter in den Schützen und den Steinbock. Dort erreicht er am Abend des 10. August die Vollmondphase. Dieser Zeitraum ist – in Verbindung mit der noch spärlichen astronomischen Dunkelheit, die viele auf der Nordhalbkugel im Sommer erleben – besonders schwierig für aussagekräftige Deep-Sky-Beobachtungen und Astrofotografie.

Unser natürlicher Satellit zieht dann weiter aus der extrem südlichen Ekliptikregion hinaus, wandert durch den Wassermann in die Fische und passiert am 12. und 13. August die Planeten Neptun und Saturn. Am 16. August erreicht er das Letzte Viertel, etwa an der Grenze zwischen Widder und Stier.

Der Mond setzt seine Reise in Richtung Sonne fort, läuft durch den Stier in die Zwillinge und bildet am Morgen des 20. August für Frühaufsteher ein lockeres Dreieck mit Venus und Jupiter. Die drei Himmelskörper stehen in einer Dreiecksformation etwa 5–6 Grad voneinander entfernt. Am darauffolgenden Morgen steht die hauchdünne, sehr alte Mondsichel etwa 7 Grad nördlich des Planeten Merkur, alle gemeinsam im Sternbild Krebs.

Am 23. August erreicht der Mond seine Neumondphase im Löwen. Danach wird er wieder zum Abendobjekt und entfernt sich in der letzten Augustwoche langsam von der Sonne. Am 26. August dient die 3 Tage alte zunehmende Sichel als Wegweiser zum lichtschwachen Mars – beide stehen im Sternbild Jungfrau und sind etwa 4 Grad voneinander entfernt, tief im Westen nach Sonnenuntergang.

Wir schließen den Monat am 31. August mit dem Mond im Ersten Viertel im Skorpion ab. Er überschreitet den Meridian gegen 20:20 Uhr MESZ und geht etwa gegen 23:45 Uhr unter.


Der Mond, Venus und Jupiter bilden am Morgen des 20. August 2025 ein Dreieck in den Zwillingen.

Der Mond, Venus und Jupiter in den Zwillingen, 20. August, Morgendämmerung. Erstellt mit SkySafari 6.

Merkur

Wir beginnen den August mit Merkur in unterer Konjunktion – also zwischen Erde und Sonne – und somit für normale Beobachtungen unsichtbar. In den ersten zwei Dritteln des Monats steigt Merkur langsam aus der Nähe der Sonne in den Morgenhimmel auf, bis er am 19. August seine größte westliche Elongation erreicht. Zu diesem Zeitpunkt zeigt Merkur eine Helligkeit von +0,0 mag, eine scheinbare Größe von 7,5 Bogensekunden und ist zu etwa 40 % beleuchtet. Mit rund 14° Höhe im Osten bei Sonnenaufgang ist dies ein hervorragender Zeitraum für Beobachter auf der Nordhalbkugel, um diesen flüchtigen Planeten aufzuspüren.

Wie bereits erwähnt, gesellt sich am 21. August die schmale Mondsichel im Sternbild Krebs zu Merkur und dient Frühaufstehern mit freiem Horizont als praktischer Wegweiser zum Planeten.

Im weiteren Verlauf des Monats steigern sich Helligkeit und Phase von Merkur, während er wieder in Richtung Sonne zurückläuft. Am 31. August erreicht er -1,2 mag und zeigt eine Scheibe von 5,6 Bogensekunden, die zu 85 % beleuchtet ist. Obwohl der Planet bei Tagesanbruch nur etwa 11° hoch steht, macht die gestiegene Helligkeit ihn leichter im Morgendämmerungshimmel sichtbar.


Merkur am Morgenhimmel, 31. August 2025, tief im Osten sichtbar.

Merkur in der Morgendämmerung, 31. August. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X.

Venus

Wir starten in den August mit Venus an der Grenze zwischen Zwillingen und Orion, wo sie wie gewohnt brillant mit -4,0 mag leuchtet. Zu Monatsbeginn zeigt Venus eine Scheibe von 14 Bogensekunden, die zu 75 % beleuchtet ist. Für Beobachter auf 50° nördlicher Breite steht der Planet bei Sonnenaufgang etwa 26° hoch im Osten.

Am Morgen des 12. August stehen Venus und Jupiter in einer sehr engen Konjunktion – die beiden Planeten sind weniger als 1° voneinander getrennt. Damit passen beide bequem in ein Gesichtsfeld von Ferngläsern oder auch in das von niedrig vergrößernden Teleskopokularen. Solche Begegnungen sind immer ein besonderes Erlebnis: Auch wenn es sich nur um eine Perspektivwirkung handelt, vermittelt die enge Stellung ein eindrucksvolles Gefühl für die Weite unseres Sonnensystems. Wer keine Optik besitzt, wird das Paar ebenfalls genießen können, aber Ferngläser oder Teleskope bieten den schönsten Eindruck. Diese Annäherung am 12. August ist der Höhepunkt ihrer morgendlichen Begegnungen in diesem Monat.

Bis zur Monatsmitte bleibt die Helligkeit der Venus unverändert, während der Planet etwas schrumpft auf 13 Bogensekunden Durchmesser, dafür aber auf knapp 80 % Beleuchtung zunimmt. Ihre Höhe bei Sonnenaufgang steigt leicht auf 27°.

Zum Monatsende hat sich bei der Venus kaum etwas geändert: Sie bleibt bei -4,0 mag, ihre Scheibe verkleinert sich auf gut 12 Bogensekunden, aber die Phase wächst auf 84 %. Am Morgen des 31. August steht sie aus Sicht von 50° nördlicher Breite etwas über 26° hoch im Osten.


Venus und Jupiter in einem Gesichtsfeld von 1° in der Morgendämmerung, 12. August 2025.

Venus und Jupiter in einem Gesichtsfeld von 1°, Morgendämmerung, 12. August. Erstellt mit SkySafari 6.

Mars

Der kleine Mars hält sich weiterhin hartnäckig am Abendhimmel. Mit einer Helligkeit von +1,6 mag hat er nun sein Minimum für dieses Jahr erreicht, bevor er sich zum Jahresende wieder aufhellt. Aufgrund seiner exzentrischen Umlaufbahn kann Mars in größerer Erdentfernung sogar bis zur 2. Größenklasse verblassen. In diesem Zyklus ist dies jedoch nicht der Fall, und durch seine Bahnexzentrizität wird er sich schon vor der oberen Konjunktion – die er im Januar erreicht – wieder leicht aufhellen.

Dies ist ungewöhnlich für die meisten äußeren Planeten – vor allem Jupiter und Saturn – deren Helligkeit sich sehr viel regelmäßiger verhält.

Mars befindet sich etwa auf halber Strecke zwischen Spica in der Jungfrau und Regulus im benachbarten Löwen und ist in etwa so hell wie Regulus. Mit nur 4,4 Bogensekunden Durchmesser ist er ein sehr kleines Beobachtungsziel und würde hohe Vergrößerungen erfordern, um überhaupt Albedostrukturen zu erkennen. Allerdings ist seine geringe Höhe über dem Horizont ein großes Problem – das atmosphärische Seeing reduziert jede hoch vergrößerte Teleskopansicht zu einem „Matsch“. Wir müssen uns also noch gedulden, bis Mars wieder in einer besseren Beobachtungsposition steht, was erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 der Fall sein wird.


Mars tief im Westhimmel kurz nach Sonnenuntergang am 1. August 2025.

Mars bei Sonnenuntergang, 1. August. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X.

Jupiter

Jupiter zeigt sich im August zunehmend besser am Morgenhimmel, da er sich weiter von der Sonne entfernt. Zu Monatsbeginn steht er im Sternbild Zwillinge, leuchtet mit -1,9 mag und zeigt eine Scheibe von knapp 33 Bogensekunden. Für Beobachter auf 50° nördlicher Breite steht Jupiter bei Sonnenaufgang rund 20° hoch im Osten. Damit ist er für mittlere nördliche Breiten noch nicht optimal platziert, aber schon mit moderaten Teleskopvergrößerungen lohnend zu beobachten.

Zur Monatsmitte haben sich Helligkeit und scheinbare Größe von Jupiter kaum verändert. Der Planet hat zu diesem Zeitpunkt gerade seine enge Begegnung mit der benachbarten Venus hinter sich, bleibt ihr aber den ganzen Monat über nahe. Nun erreicht Jupiter am Morgenhimmel fast 30° Höhe (von 50° N aus gesehen) – ab dieser Höhe verbessert sich das Seeing in der Regel deutlich.

Ende August hat Jupiter seine Helligkeit leicht auf -2,0 mag gesteigert und zeigt eine Scheibe von 34 Bogensekunden. Deutlich verbessert hat sich die Höhe über dem Horizont: Er steht nun bei Sonnenaufgang über 41° hoch in den Zwillingen. Jupiter wird sich in den kommenden Monaten weiter aufhellen und höher steigen, seine Opposition erreicht er jedoch erst im Januar 2026.


Jupiter mit Großem Roten Fleck und Io-Transit bei Morgendämmerung, 21. August 2025.Jupiter mit gleichzeitig sichtbarem Großen Roten Fleck und Io-Transit, Morgendämmerung, 21. August. Erstellt mit SkySafari 6.

Saturn

Saturn befindet sich im August im Sternbild Fische und ist mit +0,8 mag Helligkeit und knapp 19 Bogensekunden Durchmesser ein durchaus lohnendes Ziel – trotz seiner aktuell schmalen Ringöffnung. Zu Monatsbeginn geht Saturn kurz vor 0:00 Uhr MESZ auf und überschreitet den Meridian gegen 6:00 Uhr am Morgen. Damit fällt die beste Beobachtungszeit noch in die frühen Morgenstunden, auch wenn die Abendsichtbarkeit nun langsam beginnt.

Saturn befindet sich weiterhin in unmittelbarer Nähe zu Neptun, wie schon im Juli-Skyguide beschrieben. Zu Monatsbeginn trennen die beiden Planeten etwa 1°, sodass sie problemlos in dasselbe Okular- oder Fernglasfeld passen – auch bei den meisten Teleskopen mit geringer Vergrößerung. Zwar ist Saturn nie übermäßig hell, aber er ist mit Abstand das auffälligste Objekt in dieser Himmelsregion und daher leicht zu finden. Neptun befindet sich dabei nördlich seines helleren Nachbarn.

Zur Monatsmitte bleiben Helligkeit und scheinbarer Durchmesser Saturns unverändert, und auch Neptun verweilt weiterhin in der Nähe. Saturn geht nun etwas nach 22:30 Uhr MESZ auf und erreicht gegen 5:30 Uhr den Meridian, dabei steht er über 36° hoch im Süden (aus Sicht von 50° N).

Gegen Monatsende steigt die Helligkeit des Ringplaneten leicht auf +0,7 mag und sein Durchmesser wächst auf 19,3 Bogensekunden. Er geht nun kurz nach 21:30 Uhr MESZ auf und überschreitet den Meridian um etwa 4:30 Uhr, bei rund 36,5° Höhe über dem Horizont (50° N).


Saturn und Neptun im 1°- und 2°-Gesichtsfeld, frühe Morgenstunden, 1. August 2025.

Saturn und Neptun in 1°- und 2°-Gesichtsfeldern, frühe Morgenstunden, 1. August. Erstellt mit SkySafari 6.

Uranus und Neptun

Die beiden äußeren Gasriesen bieten im August ein gemischtes Bild. Uranus entfernt sich im Stier zunehmend von der Sonne und erreicht bereits Anfang des Monats eine brauchbare Höhe über dem Horizont vor der Morgendämmerung. Mit +5,8 mag Helligkeit und einer Scheibe von 3,5 Bogensekunden ist er theoretisch gerade noch mit bloßem Auge sichtbar, doch für die Beobachtung ist er in den letzten Augusttagen am besten positioniert.

Neptun folgt weiterhin dem deutlich helleren Saturn im Sternbild Fische. Mit +7,8 mag und nur 2,3 Bogensekunden Durchmesser ist er ausschließlich ein Ziel für Ferngläser oder Teleskope. Seine Nähe zu Saturn macht das Aufspüren und die Identifizierung jedoch deutlich leichter als sonst. Wer also in den späten Nacht- oder frühen Morgenstunden beobachten möchte – was im August auf der Nordhalbkugel durchaus angenehm sein kann – sollte Neptun gemeinsam mit seinem helleren Nachbarn ohne große Mühe finden können.


Neptun und Saturn in einem 2°-Gesichtsfeld bei Sonnenaufgang, 1. Juli 2025.

Neptun und Saturn in einem 2°-Gesichtsfeld bei Sonnenaufgang, 1. Juli. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X.

Kometen

Derzeit sind keine besonders hellen Kometen sichtbar. C/2024 E1 (Wierzchos) sorgt jedoch für ein gewisses Interesse, da er aktuell deutlich heller erscheint, als es die Berechnungen seiner Lichtkurve vorhergesagt haben. Dieser Komet wird allerdings erst Anfang des kommenden Jahres sein Maximum erreichen – bis dahin kann sich noch viel ändern. Selbst in seiner besten Phase dürfte er kaum heller als 3. Größenklasse werden.

Ebenfalls in den Schlagzeilen ist der Komet 31 (ATLAS). Bei diesem Objekt handelt es sich offenbar um einen echten interstellaren Besucher auf einer deutlich hyperbolischen Bahn. Es ist erst das dritte derart bestätigte Objekt und scheint aus Richtung des galaktischen Zentrums im Sternbild Schütze zu kommen. Seine größte Erdnähe erreicht der Komet erst nach dem Perihel im Oktober – nämlich im Dezember 2025. Mit einer Distanz von etwa 1,8 AE bei Erdnähe wird er uns nicht besonders nahe kommen und voraussichtlich nicht heller als 11. Größenklasse werden.

Meteore

Das alljährliche Highlight der Perseiden-Sternschnuppen steht vor der Tür. Diese und die – vielleicht noch spektakuläreren – Geminiden im Winter sind die beiden zuverlässigsten Meteorströme des Jahres. Die Perseiden sind wahrscheinlich die bekanntesten und am häufigsten beobachteten Meteore, da sie in die Sommermonate der Nordhalbkugel fallen, wenn Beobachtungen unter freiem Himmel besonders angenehm sind.

Die Perseiden sind von Ende Juli bis in die zweite Augusthälfte aktiv (gelegentlich werden noch in den ersten Septembertagen vereinzelte Meteore registriert). Der diesjährige Höhepunkt fällt auf die Nacht vom 12. August, fällt jedoch leider mit einem zu 90 % beleuchteten, zunehmenden Mond zusammen, der die ganze Nacht über am Himmel steht. Die Präsenz des Mondes wird die Beobachtung erschweren, doch die hellsten Meteore durchdringen auch Mondlicht und sogar starke Lichtverschmutzung.

Eine bessere Beobachtungsstrategie könnte darin bestehen, einige Tage nach dem Maximum zu warten. Dann öffnet sich ein Beobachtungsfenster zwischen Sonnenuntergang und Mondaufgang, in dem der Himmel dunkler ist und die Bedingungen für Meteorbeobachtungen günstiger sind. Trotz der störenden Mondhelligkeit gilt: Wer im August eine Sternschnuppe sieht, beobachtet mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Perseide.

Die Perseiden sind schnelle, helle Meteore, von denen einige leuchtende Nachspuren hinterlassen. Sie stammen aus der Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle, der bei seinen wiederkehrenden Passagen durch das innere Sonnensystem Material verliert. Der Name „Perseiden“ leitet sich von ihrem Radianten ab – dem scheinbaren Ursprungspunkt der Meteore im Sternbild Perseus. Tatsächlich können die Leuchtspuren aber überall am Himmel erscheinen.


Eine Perseiden-Sternschnuppe zieht im August 2025 über den Bereich Andromeda-Fische.

Eine Perseiden-Sternschnuppe über dem Grenzbereich von Andromeda und Fische. Bildnachweis: Kerin Smith.

Leuchtende Nachtwolken (NLCs)

Leuchtende Nachtwolken (Noctilucent Clouds, NLCs) sind vor allem im Sommer zu beobachten – ihre hellen, faserigen und netzartigen Strukturen erscheinen tief am Nordhorizont, meist zwischen 50° und 65° nördlicher Breite, wenn die Sonne zwischen 6° und 16° unter dem Horizont steht. Diese Wolken sind nach wie vor rätselhaft – vor 1885 gibt es keine gesicherten Sichtungen.

Einige Forscher vermuten, dass sie durch Vulkanismus, vom Menschen verursachte Luftverschmutzung oder sogar durch die Kondensation von Wasserdampf entlang von Meteorbahnen entstehen. Interessanterweise konnte eine deutliche Verbindung zwischen der Stärke des nördlichen polaren stratosphärischen Vortex und der Entstehung von NLCs in der südpolaren Mesosphäre (der Schicht oberhalb der Stratosphäre) nachgewiesen werden – basierend sowohl auf bodengestützten Messungen als auch auf NASA-Klimasatellitendaten.

Es zeigt sich: Wenn der nördliche Polarwirbel besonders stark ist, wirkt sich dies negativ auf die Bildung von NLCs über dem Südpol aus – über 19.000 km entfernt. Solche Zusammenhänge verdeutlichen, wie wenig wir die Mechanismen der Erdatmosphäre wirklich verstehen und wie viel noch zu entdecken ist.

Unabhängig von ihrer Entstehung gilt: Jetzt ist die beste Zeit, um NLCs von Nordbreiten aus zu beobachten. Zwar wurden leuchtende Nachtwolken auch schon auf der Südhalbkugel gesichtet, doch dort treten sie deutlich seltener auf als ihre nördlichen Gegenstücke.

Deep-Sky-Highlights – Das Sommerdreieck, Teil 1: Adler, Füchschen, Pfeil und Delphin

Das Sommerdreieck ist ein Asterismus, bestehend aus den Sternen Wega, Deneb und Altair. Der Begriff wurde erstmals von dem österreichischen Astronomen Oswald Thomas im frühen 20. Jahrhundert geprägt. In den späten 1920ern bezeichnete er es als Großes Dreieck, 1934 dann als Sommerliches Dreieck. Dieses Himmelsareal erstreckt sich über eine große Region und umfasst die Sternbilder Schwan, Leier, Adler, Füchschen und Pfeil. Im ersten Teil unserer Betrachtung widmen wir uns den Objekten in den letzten drei dieser Sternbilder sowie einigen Objekten im angrenzenden Delphin. Dieses sternreiche Gebiet entlang der Milchstraße enthält einige der schönsten Deep-Sky-Objekte des gesamten Himmels.


Das Sommerdreieck mit markierter Wega, Deneb und Altair, August 2025.

Das Sommerdreieck. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X.

Beginnen wir an der südlichsten Spitze des Sommerdreiecks, beim großen Sternbild Adler (Aquila). Trotz seiner Größe und prominenten Lage entlang der Milchstraße weist dieses Sternbild überraschend wenige markante Deep-Sky-Objekte auf. Ein interessantes Ziel ist jedoch NGC 6741, auch bekannt als „Phantom Streak“. Dieses planetarische Nebelchen leuchtet mit +11,69 mag und ist sehr klein – nur 0,1 Bogenminuten Durchmesser. Seine geisterhafte, fast rautenförmige Erscheinung macht ihn zu einem schwierigen Objekt, dessen kokonartige Struktur aber in größeren Teleskopen sichtbar wird. Die Entfernung ist unsicher: Manche Quellen nennen 7.000 Lichtjahre, andere eher 5.000 Lichtjahre. Besonders bemerkenswert ist, dass der zentrale Weiße Zwerg – ein Überrest eines sonnenähnlichen Sterns – offenbar langsam an Helligkeit verliert. Das bedeutet, dass der Phantom-Streak-Nebel in seiner heutigen Form womöglich nicht mehr lange sichtbar ist – ein schönes Beispiel für die Dynamik unseres Universums. Wer ihn sehen möchte, sollte ihn bald auf seine Beobachtungsliste setzen!


Hubble-Aufnahme des planetarischen Nebels NGC 6741, Phantom Streak.

NGC 6741, der „Phantom Streak“-Nebel. Bildnachweis – NASA/ESA Hubble Space Telescope.

Von Altair ausgehend machen wir einen kleinen Schlenker nach Osten in das winzige Sternbild Delphin. Dieses hübsche kleine Sternbild ist zwar nicht sehr hell, lässt sich unter dunklem Himmel aber leicht erkennen. Die Drachen- bzw. „Drachenviereck“-Form seiner vier Hauptsterne und die blau leuchtende Schwanzspitze, markiert durch Epsilon Delphini, sind unverwechselbar.

Delphin beherbergt zwei Kugelsternhaufen – beide nicht besonders hell, aber lohnende Ziele. NGC 6934 liegt weiter südlich und befindet sich knapp 11° östlich von Altair. Mit +8,8 mag und 1,4 Bogenminuten Durchmesser ist er wenig auffällig, was auch an seiner Lage im sternreichen Feld der Milchstraße liegt. In kleinen Teleskopen wirkt er wie ein diffuser Lichtball, während größere Instrumente erste Strukturen zeigen. Mit über 50.000 Lichtjahren Entfernung gehört NGC 6934 zu den vielen Entdeckungen von William Herschel, der ihn 1785 katalogisierte.


Hubble-Aufnahme des Kugelsternhaufens NGC 6934.

NGC 6934. Bildnachweis: NASA/ESA, Public Domain.

Auch NGC 7006 wurde von Herschel entdeckt und liegt etwa 11° nordöstlich von NGC 6934. Mit +10,56 mag ist er einer der lichtschwächeren Kugelsternhaufen der Milchstraße. Seine große Entfernung von rund 135.000 Lichtjahren erklärt diese geringe Helligkeit. Beobachter beschreiben NGC 7006 oft als kometenähnlich – ein verdichtetes Zentrum mit nur angedeutetem Sternhalo. Erst sehr große Teleskope ab 16 Zoll Öffnung können einzelne Sterne in diesem herausfordernden Ziel auflösen.


Hubble-Aufnahme des Kugelsternhaufens NGC 7006.

NGC 7006. Bildnachweis: NASA/ESA, Public Domain.

Delphin beherbergt auch ein schönes planetarisches Nebelobjekt: den „Blue Flash“-Nebel, NGC 6905. Dieser ist in kleinen Teleskopen deutlich leichter zu sehen als die beiden zuvor genannten Kugelsternhaufen. Oft wird er übersehen, da sich in der Nähe der bekannte Hantelnebel M27 befindet, aber der „Blue Flash“ ist unbedingt eine Beobachtung wert. Er erscheint als blau-weißes Lichtbällchen mit seitlichen Ausläufern. Mit +10,89 mag und 0,8 × 0,6 Bogenminuten Größe liegt er rund 2.200 Lichtjahre entfernt. In größeren Teleskopen treten die unregelmäßige Form und der Zentralstern deutlicher hervor – manche Beobachter finden seine Form fast eiförmig.


Blue Flash Nebel NGC 6905, Planetarischer Nebel im Delphin.

NGC 6905, der Blue Flash Nebel. Bildnachweis – European Southern Observatory – Creative Commons.

Nur etwa 7° westlich des Blue Flash, schon im Sternbild Pfeil (Sagitta), liegt ein weiterer Kugelsternhaufen: M71. Dieser lockere Haufen wurde 1746 von Philippe Loys de Cheseaux entdeckt und lange Zeit für einen offenen Sternhaufen gehalten. In Ferngläsern ist er gut zu sehen, kleine Teleskope beginnen, ihn in Einzelsterne aufzulösen. Mit 3,3 Bogenminuten Durchmesser und +8,18 mag ist M71 ein kurioses Objekt: Seine Spektren und die Mischung unterschiedlicher Sterntypen erinnern eher an einen offenen Haufen, doch Radialgeschwindigkeitsmessungen belegen seine Zugehörigkeit zur Kugelsternhaufenklasse. M71 gilt als ungewöhnlich jung für einen Kugelsternhaufen – er ist „erst“ rund 9 Milliarden Jahre alt.

Gehen wir nun weiter nach Westen ins Sternbild Füchschen (Vulpecula). Hier finden wir eines der bekanntesten Sternmuster des Himmels – Collinder 399, besser bekannt als „Kleiderbügel“ oder „Coathanger“. Die Asterismus-Gruppe besteht aus zehn hellen Sternen, von denen einer orange-gelb leuchtet und in schönem Kontrast zu den übrigen blau-weißen Sternen steht. Dieses große, 89 Bogenminuten ausgedehnte Objekt ist ein Klassiker für Ferngläser und Weitfeldteleskope bei geringer Vergrößerung. Seine Form sorgt bei Beobachtern regelmäßig für ein Schmunzeln – er zählt zu den schönsten „Himmelswitzen“.


Der Kleiderbügel-Asterismus (Collinder 399) mit Lage im Füchschen.

Karte mit der Position des Kleiderbügel-Asterismus. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X.

Vom Kuriosen zum Sublimen: Das nächste Objekt ist eines der besten Beispiele seiner Art am gesamten Himmel – M27, der Hantelnebel. Dieser planetarische Nebel liegt 8⅓ Grad östlich des Kleiderbügels und ist in jeder Teleskopgröße ein lohnendes Ziel. Kleine Instrumente zeigen ihn als länglich leuchtendes Rechteck, größere Öffnungen lassen immer mehr die markante „Apfelkern“-Form erkennen. Langzeitbelichtungen enthüllen schließlich seine feinen Außenhüllen, herrliche Farben und komplexe innere Strukturen. M27 ist ein klassisches Messier-Objekt, entdeckt 1764 von Charles Messier. Mit rund einem halben Monddurchmesser und +7,09 mag zählt er zu den auffälligsten planetarischen Nebeln des Himmels.


M27 Hantelnebel, Planetarischer Nebel im Füchschen.

M27, der Hantelnebel. Bildnachweis – Mark Blundell.

Wir sehen M27 seitlich, weshalb er nicht rund, sondern „hantelförmig“ erscheint. Würden wir ihn aus der Polperspektive betrachten, wäre er ringförmig. Glücklicherweise ist seine innere Struktur aus unserer Sicht sehr gut zu erkennen. Die Entfernung von M27 wird noch diskutiert und liegt vermutlich zwischen 1.200 und 1.700 Lichtjahren. Sein Alter wird auf nur 3.000–4.000 Jahre geschätzt. Er ist leicht aufzufinden und sollte auf keiner Beobachtungsliste fehlen.

Ein weiteres Objekt im Füchschen ist NGC 6885, ein +8,10 mag heller offener Sternhaufen, der sich 4⅔ Grad nordöstlich des Hantelnebels befindet. Mit rund 20 Bogenminuten Durchmesser ist er nicht besonders auffällig, lässt sich aber leicht in Ferngläsern finden – am besten in einem großen Paar. Er umfasst über 50 Sterne und liegt in etwa 1.900 Lichtjahren Entfernung.